Sonntag, 4. Juni 2017

Rezension: For 100 Days - Täuschung (For 100 Days 1)

For 100 Days - Täuschung von Lara Adrian, erschienen bei LYX (Imprint Bastei Lübbe), Taschenbuch, 384 Seiten, 10 €

Worum geht's?
"Jede Täuschung hat ihren Preis ...
Drei Monate Housesitting in einem Luxus-Apartment in Manhattan - die Künstlerin Avery Ross kann ihr Glück kaum fassen, schlägt sie sich doch gerade so mit ihrem Kellnerjob durch. Avery betritt eine Welt der Dekadenz, die ihr den Atem raubt - die Welt von Dominic Baine: reich, arrogant und absolut unwiderstehlich. Der Milliardär, der das Penthouse im selben Gebäude bewohnt, erweckt ungeahnte geheime Sehnsüchte in ihr. Doch die Schatten ihrer Vergangenheit drohen Avery schon bald einzuholen und jegliche Hoffnung auf eine Zukunft mit Nick zu zerstören ..."

Warum hab ich es gelesen?
Der reiche Protagonist scheint mittlerweile zum Standardrepertoire erotischer Romane zu gehören, er war es also nicht, der mich zum Kauf bewegte. Mir gefiel das dezente und doch aufreizende Cover, noch dazu hatte ich über die Autorin schon einige positive Meinungen gelesen. Zeit, mir mein eigenes Bild zu machen.

Wie war's?
Das Buch lässt mich mit äußerst gemischten Gefühlen zurück. Der Schreibstil war gut, die Figuren ok, aber es ist, als hätte man das Buch schon mal gelesen. So ziemlich jede Szene kam gefühlt so oder ähnlich schon mal in einem anderen Buch vor, es fehlte einfach der gewisser Boom-Effekt, um sich von den zahllosen anderen Büchern in diesem Genre abzuheben. Da gibt es wieder den unwiderstehlichen Milliardär, der es bereits durch ein kurzes Zucken seiner Nasenflügel schafft, der Protagonistin zu multiplen Orgasmen zu verhelfen. Und ja, er ist sogar ein wenig dominant veranlagt. Mr Grey lässt grüßen. Und der hatte immerhin ein schockierendes Spielzimmer.
Wer schon ein wenig auf dem Gebiet gelesen hat, wird wohl einiges wiedererkennen und des Öfteren über Averys Verhalten den Kopf schütteln.

Was war besonders?
Positiv erwähnenswert wären für mich die erotischen Szenen, auf die es in diesem Genre ja nun mal ankommt. Davon gab es natürlich einige, aber sie waren nicht zu plump aneinander gereiht. Der Autorin ist es recht stilvoll gelungen, die hotten Szenen hot zu umschreiben, ohne platte Bezeichnungen für diverse Körperteile zu verwenden. Hut ab!

Reading For 100 Days - Täuschung makes me feel like...
Hmm...kann, muss aber nicht. Wer gerne erotische Literatur liest, macht hier sicher nichts falsch, entdeckt aber halt auch nichts neues. Bleibt abzuwarten, was der nächste Teil bringt. For 100 Nights - Obsession erscheint im August 2017.

Freitag, 26. Mai 2017

Rezension: Feel Again (Again Reihe Band 3)

Feel Again von Mona Kasten, erschienen bei LYX (Imprint Bastei Lübbe), broschiert, 480 Seiten, 12,00€

Worum geht's?
"Band 3 der Again-Reihe von Spiegel-Bestseller-Autorin Mona Kasten! Unter normalen Umständen würde Sawyer einen Typ wie Isaac keines zweiten Blickes würdigen. Er ist zu nett, zu höflich, zu schüchtern - und damit das genaue Gegenteil von ihrem üblichen Beuteschema. Doch als sie mitbekommt, wie sich ein paar Mädchen über ihn lustig machen, kann sie nicht tatenlos zusehen. Kurzerhand tut sie so, als wäre sie sein Date, und küsst ihn leidenschaftlich. Isaac, der ziemlich überrumpelt ist, bittet sie daraufhin um Hilfe: Er will dringend seinen Ruf als Nerd loswerden. Die beiden schließen einen Deal: Sawyer macht aus Isaac einen Bad Boy und darf dafür seine Entwicklung als Fotoprojekt für ihr Studium festhalten. Doch aus dem Deal wird schnell mehr ... "

Warum hab ich es gelesen?
Zwei Gründe: Begin Again und Trust Again.

Wie war's?
Irgendwie stimmt einen der Abschied von den liebgewonnenen Charakteren dieser Reihe ja sehr traurig. Nun endlich Feel Again in den Händen zu halten und zu wissen, dass es der letzte Band ist, ließ mich beim Lesen also einige Male innehalten.
Protagonistin Sawyer hat in allen drei Teilen wohl die größte Verwandlung durchlaufen. War sie in Band eins noch das absolut fiese Miststück, lies sie gegenüber Dawn im zweiten Teil bereits ihre fürsorgliche und menschliche Seite erahnen. Nun, im dritten Band, erleben wir alles aus ihrer Perspektive - und erhalten endlich einmal Einblick in Sawyers Gedanken, Gefühle und Motive. Sawyers familiärer Hintergrund ist einfach nur traurig. Wobei dieses ganze Hintergrunddrama wirklich dazu beiträgt, Sawyer und ihre Person zu verstehen und nicht, wie leider so oft in diesem Genre, irgendwelche abstrusen Spannungsbögen zu konstruieren. Bei Sawyer wirkt es, wie ihre ganze Figur, einfach echt. Und ja, ich hatte so einige Momente, in denen ich sie gern geschüttelt hätte, aber ihr weglaufen, davon stoßen, Mauern errichten und abschotten war nachvollziehbar und glaubwürdig. Schnell hat man sie liebgewonnen und wünscht ihr nur das Beste. Und das kommt doch glatt in Form des absoluten Nerds Isaac daher.
Isaac war für mich immer eher ein recht blasser Charakter, wessen ich mir erst zum Ende von Trust Again bewusster wurde. Und genau so startet er auch in die Geschichte: Ruhig, lieb, nett, unscheinbar. Doch ganz schnell merkt man, dass da mehr in diesem unsicheren Kerlchen steckt, und man genießt es, Sawyer dabei zu verfolgen, wie sie es aus ihm heraus kitzelt.
Die Beziehung der beiden zueinander sowie Isaacs Verwandlung zu einem selbstsicheren Charakter verläuft dabei behutsam und glaubwürdig. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass die Figuren etwas überstürzen oder unlogisch handeln. Mona Kastens Schreibstil ist dabei wie gewohnt romantisch, prickelnd, heiß, charmant und mitreißend. Ein Genuss!

Was war besonders?
Isaac ist ein ganz besonderer männlicher Protagonist. Normalerweise habe ich ja bekanntermaßen eine ausgeprägte Vorliebe für Bad Boys, aber dieser Nerd hat mich echt gepackt. Ich hatte erst Bedenken, dass man ihn aufgrund seiner Unsicherheit ständig nur in den Arm nehmen und tätscheln möchte, aber nein, Isaac entwickelt doch recht schnell seine ganz eigene Anziehungskraft - und dass ohne seinen eigentlichen Charakter komplett umzukrempeln.

Reading Feel Again makes me feel like...
...ein würdiger Abschluss dieser grandiosen Reihe. Als New Adult Fan kommt man an Mona Kasten einfach nicht vorbei! Insgesamt kommt Feel Again für mich zwar nicht an den ersten Band Begin Again heran, aber das liegt schlicht ergreifend an meiner Vorliebe für Bad Boys - Kaden und Allies Wortgefechte waren einfach zu herrlich. Nichtsdestotrotz ist Feel Again ein absolut gelungenes Must-Read-Finale, dass in keinem Regal fehlen sollte.

Dienstag, 23. Mai 2017

Rezension: Die Schatten von Edinburgh - Ein Fall für Frey und McGray (Frey und McGray 1)

Die Schatten von Edinburgh - Ein Fall für Frey und McGray von Oscar de Muriel, erschienen im Goldmann Verlag, Taschenbuch, 480 Seiten, 9,99€

Worum geht's?
"Edinburgh, 1888. Der begnadete Ermittler Ian Frey wird von London nach Schottland zwangsversetzt. Für den kultivierten Engländer eine wahre Strafe. Als er seinen neuen Vorgesetzten, Inspector McGray, kennenlernt, findet er all seine Vorurteile bestätigt: Ungehobelt, abergläubisch und bärbeißig, hat der Schotte seinen ganz eigenen Ehrenkodex. Doch dann bringt ein schier unlösbarer Fall die beiden grundverschiedenen Männer zusammen: Ein Violinist wird grausam in seinem Heim ermordet. Sein aufgelöstes Dienstmädchen schwört, dass es in der Nacht drei Geiger im Musikzimmer gehört hat. Doch in dem von innen verschlossenen, fensterlosen Raum liegt nur die Leiche des Hausherren ..."

Warum hab ich es gelesen?
Ich bin ein riesiger Fan der Sherlock Holmes Romane von Sir Arthur Conan Doyle - sie stehen nicht nur als Buchausgabe, sondern auch in den verschiedensten Hörbuch/-spielfassungen im Regal. Da bin ich bei diesem Cover, welches mit der Silhouette einer Lupe, eines pfeiferauchenden Herren und einer Violine sehr auf den bekannten Detektiv anspielt, natürlich sofort neugierig geworden.
Ausschlaggebend war dann der Klappentext, der nicht nur einen Krimi á la Conan Doyle im schottischen Edinburgh versprach, sondern auch ein recht ungleiches und dadurch sicher sehr amüsantes Ermittlerduo. Noch dazu handelt es sich hier um einen Reihenauftakt, was ich ja bekanntlich besonders im Krimibereich sehr schätze.

Wie war's?
In einem Wort? Großartig! Zu Beginn lernen wir Inspector Ian Frey kennen, durch und durch höflicher Engländer aus betuchtem Hause, der jedoch trotzdem seine Erfüllung bei CID sucht. Durch einige Umstände und Verwicklungen wird er mit dem zwar keinesfalls armen, aber groben, ungehobelten und recht eigensinnigen Inspector Adolphus McGray an einen äußerst seltsamen Fall gesetzt und nach ca. 80 Seiten geht die Geschichte dann so richtig los.
Ein überschaubares Feld von Verdächtigen, rätselhafte Umstände und die herrlichen Kabbeleien zwischen den beiden Ermittlern, die trotz ihrer Unterschiede (oder gerade deswegen) immer weiter die Hintergründe des abstrusen Mordfalles aufdecken, bescheren dem Leser einige Stunden bester vikorianischer Krimiunterhaltung. Alle offenen Fragen werden geklärt und die Aussicht auf einen Folgeband wird gegeben.
Bis auf den kurzen Prolog wird das Buch aus Freys Perspektive erzählt. Dabei legt de Muriel einen derart angenehmen Schreibstil an den Tag, dass es mir trotz sommerlichen Temperaturen leicht gefallen ist, in das herbstliche, viktorianische Edinburgh abzutauchen und mich mit den beiden Ermittlern auf die Jagd zu machen. Ein besonderes Händchen beweist der Autor bei seinen Cliffhangern am Ende des Kapitels, es war wirklich schwer das Buch aus der Hand zu legen.

Was war besonders?
Dieser Krimi lebt zweifelsohne von seinen herrlich verschrobenen, treffend ausgearbeiteten Hauptfiguren. Der nörgelige, etwas pienzige Frey, der gezwungenermaßen mit dem praktischen, abergläubischen McGray zusammenarbeiten muss - Engländer und Schotte, welch grandiose Wortgefechte! Diese dienen zweifelsohne dazu, die Charaktere und deren einzigartige Beziehung zu vertiefen und sind eine willkommene Bereicherung zum sich entwickelnden Spannungsbogen.
Zum Fall an sich ist zu sagen, dass dieser gut aufgebaut, strukturiert und keinesfalls vorhersehbar ist. Man hat natürlich wie in jedem Krimi seine Vermutungen, mit denen der Autor auch sehr gerne spielt. Das Ende ist überraschend, aber in sich logisch und zu den Geschehnissen passend (nichts ist schlimmer als Logikfehler in einem Kriminalroman).

Reading Die Schatten von Edinburgh - Ein Fall für Frey und McGray makes me feel like...
Ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus - endlich wieder ein amüsantes viktorianisches Ermittlerduo! Im Englischen sind bereits vier Bände erschienen, Band 2 Der Fluch von Pendle Hill erscheint in Deutschland am 15. Januar 2017. Ich streiche mir den Tag schon jetzt dick im Kalender an!

Mit herzlichem Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Samstag, 20. Mai 2017

Rezension: Charming Bad Boy

Charming Bad Boy von Adele Mann, erschienen bei feelings*emotional books, EBook, 394 Seiten 4,99€

Worum geht's?
"Eine süße Mitbewohnerin. Ein charmanter Bad Boy. Eine aufregende Mischung. Eine prickelnde und humorvolle Erotic Romance. Von ihrem Freund betrogen, steht die junge Lehrerin Dani ohne Wohnung da. Oder genauer gesagt wieder in ihrem Elternhaus in Brooklyn. Auf der Suche nach einer neuen Unterkunft, in einer Stadt, in der sich kaum jemand alleine eine anständige Wohnung leisten kann, ist gerade der Bad Boy Brock McNamara, der beste Freund ihres Bruders, keine gute Wahl als Mitbewohner. Doch seine Wohnung ist umwerfend und Brock sieht die Sache locker und lässt Dani einziehen. Nur so ein charmanter Sanitäter, der nichts anbrennen lässt und noch dazu wahnsinnig heiß ist, ist nicht unbedingt der richtige Mitbewohner. Vor allem, wenn man eine Schwäche für ihn hat..."

Warum hab ich es gelesen?
Naja, wenn schon im Titel die Rede von einem "Bad Boy" ist, verspüre ich quasi den sofortigen Zwang, mir das mal genauer anzusehen. Noch dazu klang der Klappentext nach wirklich funkensprühenden Mitbewohner-den-man-nicht-haben-kann-Szenen, dann noch "Erotic Romance" als Genreangabe - alles klar, ich bin dabei!

Wie war's?
Ich hatte in diesem Buch ein wenig Probleme mit dem Begriff "Bad Boy". Für mich besteht der Reiz einer solchen Geschichte darin, dass die weibliche Protagonisten (stellvertretend für uns LeserInnen) seine Gefahr und Dunkelheit genießt, ihn aber trotzdem etwas zähmt und das Gute in ihm weckt. Aber was, wenn der Bad Boy von Beginn an gar kein Bad Boy ist? Sondern eher ein Good Boy, der einfach auf wechselnde sexuelle Bekanntschaften steht? Durch die abwechselnde Erzählweise von Dani und Brock lernt der Leser Brock McNamara gleich zu Beginn als sehr mitfühlenden, männlichen Protagonisten kennen, der sich schon lange sehr zu der kleinen Schwester seines besten Freundes hingezogen fühlt. Und eigentlich ist es auch nur dieses Verhältnis, welches zu Beginn die Beziehung der beiden belastet - die kleine Schwester des besten Freundes ist tabu. Das hat aber nun wirklich nichts mit Bad Boy sein zu tun.
Das Verhältnis der beiden entwickelt sich recht schnell, wobei mir ein wenig die Kernszenen gefehlt haben, welche die Beziehung auch greifbar machen. Nur der Reiz des Verbotenen reichte für mich leider nicht aus, um die Funken sprühen zu lassen. Noch dazu wurde es ab ca. 60% des Buches ziemlich abstrus und äußerst dramatisch, was ja bekanntlich nicht so meins ist. Es ist, als hätte die Autorin versucht, zwanghaft den Spannungsbogen zu erhöhen, leider allerdings außerhalb der Beziehungsebene von Brock und Dani. Es fühlte sich alles ein wenig nach Daily-Soap-Drama an, für mich daher definitiv etwas over the top.
Der Schreibstil ist leicht verständlich und flüssig, nur ab und an kamen die Dialoge ein wenig gestelzt daher. Die erotischen Szenen sind an sich angenehm geschrieben, wobei mir manchmal ein Satz gefehlt hat. Da liegen beide noch völlig bekleidet wild knutschend aufeinander, und schon im nächsten Satz dringt er in sie ein - wie jetzt, durch die Klamotten? Das war bisweilen etwas irritierend. Noch dazu passten an manchen Stellen die Formatierung bzw. die Satzzeichen nicht (vergessene Wörtliche Rede, kein Absatz), wodurch der Lesefluss etwas ins Stocken geriet.

Was war besonders?
Brock ist Sanitäter aus Leidenschaft, er fühlt sich wahrhaft berufen Menschen zu helfen. Die Szenen, in denen dies deutlich wurde mochte ich sehr gerne, vor allem da sie seine Gefühle und Gedanken sehr glaubhaft transportiert haben. Generell ein Beruf, der mir bisher noch nicht in Büchern unter gekommen ist und so etwas erfrischend neues mitgebracht hat. 

Reading Charming Bad Boy makes me feel like...
...hätte ich es lieber gelassen. Trotz interessanter Idee und recht glaubhafter Protagonisten konnte mich dieses Buch leider absolut nicht überzeugen. Ganz guter Anfang, sehr anstrengendes Ende - nichts für wirkliche Bad Boy Liebhaber.


Mit herzlichem Dank an Netgallery.de und feelings*emotional books für das Rezensionsexemplar

Freitag, 19. Mai 2017

Rezension: Dunkle Gebete (Lacey Flint 1)

Dunkle Gebete (Lacey Flint 1) von Sharon Bolton, erschienen im Goldmann Verlag, EBook, 512 Seiten, 7,99€

Worum geht's?
"Die Opfer sind unschuldige Frauen. Der Killer ist ein Phantom. Und die Ermittlerin hat mehr als nur ein Geheimnis. DC Lacey Flint ist eine junge Londoner Ermittlerin mit undurchsichtiger Vergangenheit und einem morbiden Interesse an Serienkillern. Mit einem echten Mord hatte sie bisher allerdings nie zu tun – bis jetzt, da eine aus zahlreichen Stichwunden blutende Frau an der Tür von Laceys Wagen lehnt und in ihren Armen stirbt. Lacey wird zunächst nur als Zeugin vernommen, doch bald wird klar, dass sie in dem Fall eine ganz besondere Rolle spielt: Ein blutiger Bekennerbrief ist unmissverständlich an sie adressiert. Unversehens findet sich Lacey im Mittelpunkt einer Mordserie, die in einem besonderen Zusammenhang mit ihr selbst stehen muss. Doch wie findet man einen Killer, der sich einen nie gefassten Serienmörder zum Vorbild genommen hat?"

Warum hab ich es gelesen?
Ich bin schon seit Jahren fasziniert vom Fall Jack the Ripper. Der berühmt berüchtigte Serienmörder, der im viktorianischen London Prostituierte bestialisch ermordete und trotz einer öffentlichen Hetzjagd niemals gefasst wurde ist eine gefundene Rahmenhandlung für so manche Geschichte. Sobald also Jack the Ripper im Klappentext auftaucht, bin ich recht schnell interessiert. Noch dazu liebe ich London über alles und die britischen Krimis sind meistens die besten. Darüber hinaus handelt es sich hier um den Beginn einer Reihe rund um Ermittlerin Lacey Flint. Gerade bei Krimis ist es immer spannend mehrere Teile zu erwarten, vor allem wenn die Protaginistin sympathisch ist.

Wie war's?
Was soll ich sagen - ich bin Lacey Flint komplett verfallen. Ein Krimi, den man trotz äußerst brutaler Szenen nicht aus der Hand legen kann. Fesselnd, mit einer etwas verkorksten, aber interessanten und vielschichtigen Protagonistin, hat es dieses Buch für mich geschafft den schon so oft adaptierten Fall von Jack the Ripper, welcher im Londoner East End 1888 Prostituierte ermordete, in einen sehr interessanten und vor allen Dingen eigenen Plot einzubinden.
Normalerweise stört es mich, wenn zu viel privates Geplänkel in einem Krimi diskutiert wird, doch hier war es eine angenehme Dosis. Noch dazu waren die Annäherungen zwischen Lacey und ihrem Kollegen DI Mark Joesbury so voller Funken, dass ich unbedingt wissen möchte was sich zwischen den beiden noch so entwickelt.

Was war besonders?
Besonders angenehm fand ich, dass trotz der Härte und Gewalt, welche in der Geschichte vorkommen, der Schreibstil trotzdem flüssig, gut beschreibend und keineswegs derbe ist. Noch dazu gibt es einige Twists, die auch für Kenner des Genre nicht unbedingt vorhersehbar waren. Sehr erfrischend!

Reading Dunkle Gebete makes me feel like...
...großartiger Reihenauftakt mit besonderer Protaginistin! Ich habe mittlerweile alle Teile gelesen und freue mich sehnsüchtig auf weiteren Lesestoff - für mich eine ganz klare Kaufempfehlung für alle, die London als Setting mögen und auch vor blutigeren Szenen nicht zurückschrecken.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Rezension: Obsidian - Schattendunkel (Obsidian 1), gekürzte Lesung

Obsidian - Schattendunkel von Jennifer L. Armentrout, gelesen von Merete Brettschneider, erschienen beim Carlsen Verlag, gekürzte Lesung erschienen beim Silberfisch Verlag, 390 min

Worum geht's?
"Ein dunkles Geheimnis scheint über dem winzigen Städtchen zu liegen, in das die siebzehnjährige Katy gerade erst gezogen ist. Im umliegenden Gebirge sollen Lichtgestalten gesehen worden sein. Viel schlimmer findet Katy jedoch, dass die nächste Bibliothek meilenweit weg ist und sie kein Internet hat. Bis sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln und ein Junge die Tür öffnet, so düster und geheimnisvoll wie der Ort selbst: Daemon Black.…"

Warum hab ich es gehört?
Ich liebe, LIEBE die Lux-Reihe. Vergangenen Sommer habe ich die fünf Bände innerhalb weniger Tage verschlungen und eine feste Bindung zu den Charakteren aufgebaut. Nun wollte ich wieder zurück zu Katy, Daemon, Dee und ihrer spannenden Geschichte. Allerdings bin ich kein großer Freund vom erneuten Lesen von Büchern, da ich irgendwie immer das Gefühl habe, ich brauche die Zeit für all die tollen, mir noch unbekannten Geschichten da draußen. Aber gegen nochmal hören ist ja nichts einzuwenden...

Wie war's?
Merete Brettschneider schafft es wahnsinnig gut, Katys Gefühlswelt in ihrer Stimme widerzuspiegeln. Keine leichte Aufgabe, bedenkt man die Stärke ihres Charakters. Die Ruhe und Besonnenheit stehen im Kontrast zu ihren verletzten und sarkastischen Äußerungen gegenüber Daemon. Und hach ja, Daemon. Der ist immer noch toll.
Der Sprecherin gelingt es, betont und entspannt zu lesen, ohne einlullend zu wirken. Ich habe sehr gerne zugehört und mich in die Geschichte forttragen lassen.

Was war besonders?
Trotzdem die Lesung gekürzt war, hatte ich nicht das Gefühl, dass etwas fehlt. Hier wurde an den passenden Stellen angesetzt, ohne wesentliches der Geschichte zu verlieren oder zu verändern.
Sehr angenehm ist zudem, dass Merete Brettschneider die gesamte Reihe spricht. Man kann also getrost die restlichen Bände kaufen, wenn man Gefallen am ersten gefunden hat.

Listening to Obsidian - Schattendunkel makes me feel like...
Daemon Black is hot! Auch wenn er von einer Frau gesprochen wird, büßt er nichts von seinem Sexappeal ein. Fans der Reihe, die gerne nochmal zurück wollen, werden an dem Hörbuch ihre Freude haben. Und diejenigen, die die Reihe noch nicht kennen, können sich an einer angenehmen Lesung erfreuen, die keinerlei storytechnischen Einbußen aufweist.

Sonntag, 14. Mai 2017

Inside: Meine Erfahrungen mit Bookstagram


Ihr überlegt, Bookstagram beizutreten? 
Stellt euch drauf ein dass es Geld und Zeit kosten kann. Nein, eher wird.
Aber glaubt mir, es wird sich lohnen!

Irgendwann im Laufe des 25. Januars 2017 stand der Entschluss: Ich lege mir einen zweiten Instagram Account an. Und zwar nur für Bücher. Warum?
Im Vordergrund stand für mich ganz klar der Austausch über Gelesenes. Meine bessere Hälfte liest zwar auch gerne, aber bei weitem nicht so viel und, nun ja, natürlich nicht unbedingt dieselben Genre. Und spätestens bei der bookish boyfriend Diskussion würde die Situation sehr seltsam werden... Auch sonst sieht es in meinem Umfeld leider recht spärlich mit Bücherwürmern aus. Also, Suche ausdehnen auf die große weite Welt!

Mit meinem privaten Account folgte ich bereits einigen Bookstagrammern und so entstand die Idee, mich selbst dran zu versuchen. Alles klar, wird schon schief gehen. Also habe ich mir während dem Fernsehen ein Buch geschnappt, es auf ein neben mir liegendes Sofakissen gelegt (natürlich Richtung Stehlampe, damit man auch was sieht!), ein Bild geknipst, hier und da Sachen bearbeitet (och, das muss noch heller, die Stehlampe reicht nicht), drei Worte und fünf Hashtags dabei, fertig. Und was soll ich sagen? Innerhalb einer Stunde hatte ich doch tatsächlich 34 Likes! Das beflügelte natürlich meine Motivation. Beim nächsten Bild habe ich mir mehr Mühe gegeben und sogar so ein kleines Bastbällchen dazu gelegt. Ich Dekoqueen. 

Man fängt also an, anderen Menschen zu folgen und sich zu fragen wow, wie kriegen die nur diese absolut wahnsinnig tollen Bilder hin? Da können weder mein Sofakissen noch meine Stehlampe mithalten. Also hinsetzen, ein wenig Kleinkram zusammen suchen, geeigneten Hinter- und Untergrund finden, Licht testen, alles arrangieren, von ein und demselben Aufbau zwanzig Bilder machen, und ja, vielleicht sogar noch ein paar aus einer anderen Perspektive. Dann aus diesen dreißig Bildern eins (meist das erste, weil es eh von vornherein am besten aussah) aussuchen, bearbeiten und zufrieden nicken, wie hübsch das ausschaut. Hat ja auch gedauert.

Ich muss wirklich sagen, dass ich mal so lange und voller Überlegungen auf dem Boden rum krabblen würde, nur um ein Buch in Szene zu setzen, hätte ich nicht gedacht. Hierbei geht es aber nicht ums Mithalten mit all den andern kreativen Dekorationskünstlern, mein Anspruch ist einfach gewachsen. Für mich gehört das Buchbilderknipsen mittlerweile dazu, und ja, ich laufe schon durch Läden und überlege mir irgendeinen Krimskrams zu kaufen, weil sich dieser ganz großartig auf einem Foto mit diesem oder jenem Buch machen würde.

Und ach ja, da war ja noch was, die Bücher! Deswegen bin ich doch hier. Also, Bookstagram ist teuer. Nicht nur wegen dem Dekokrimskrams, sondern wegen all der großartigen Empfehlungen, die man da bekommt. Und natürlich will man am liebsten alle gleichzeitig lesen. Mein Bücherkaufverhalten ist quasi über Nacht explodiert.
Eine ganz spannende Entwicklung nahm mein Leseverhalten, denn plötzlich waren Genre interessant, an denen ich sonst im Buchladen nur lässig vorbei geschlendert bin. Oh, da reden im Moment alle von, dass muss so gut sein! Zack, im Einkaufswagen. Und plötzlich hat man einen Berg Bücher Zuhause, bei denen man weinen würde, wenn man sie niemals kennengelernt hätte. Außerdem haben einige so schöne Cover und die machen sich doch wieder herrlich auf den Fotos. Der ewige Kreis.

Doch das, was Bookstagram ausmacht sind nicht die dekorativen Bilder oder all die lesenwerten Bücher. Nein, es sind die Menschen, die diese Community bilden. Kaum vorstellbar, da existiert diese ganz eigene Subkultur, und man schmeißt plötzlich mit Begriffen und Abkürzungen wie CR, SUB und WTR um sich und arbeitet tags ab, zu denen man eingeladen wurde (#beautifulcover, #chapter13 oder mein aktueller Favorit #bookishrockstar). Da gibt es sogar ganze Challenges, die Aufgaben für einen Monat stellen. Faszinierend! 
Doch jedes Herzchen, jedes Kommentar, jeder Austausch bereichert mittlerweile meinen Alltag. Ich danke also hiermit dem Social Media, dass es mir die Bekanntschaft großartiger Bücherwürmer ermöglicht hat, mit denen mich diese ganz besondere Leidenschaft verbindet. Mit denen ich diskutiere, rezensiere, lache, Neuerscheinungen entgegen fiebere und Pläne für die Frankfurter Buchmesse schmiede. Das alles hätte ich mir im Januar nicht mal ansatzweise vorstellen können.

Ach und meinen privaten Instagram Account? Den nutze ich kaum noch...